Inhalt
Eine Frau fährt mit Freunden übers Wochenende in ein Jagdhaus in den Bergen. Abends gehen die Gastgeber ins Tal und tauchen am nächsten Morgen nicht mehr auf. Als die Frau nach ihnen sucht, entdeckt sie eine unsichtbare Wand, hinter der, soweit sie die Lage überblicken kann, alles Leben abgestorben ist.
Die Ursache der Wand bleibt rätselhaft.
Zunächst hofft die Frau noch auf Befreiung von „außen“. Doch nach und nach wird ihr klar, dass niemand kommen wird. Diesseits der Wand lebt sie mit Luchs, ihrem Jagdhund, Bella, ihrer Kuh und einer grauen Katze.
Um gegen ihre Angst, die von allen Seiten auf sie zukriecht anzukämpfen, beginnt die Frau ihre Erlebnisse aufzuschreiben. Sie will nicht warten, bis die Angst sie erreicht und überwältigt. Sie erzählt anhand ihrer spärlichen Notizen auf alten Kalendern und schreibt auf vergilbtem Briefpapier über die Schwierigkeiten des ersten Sommers „hinter der Wand“.
Dank der Vorräte im Haus kann sie den strengen ersten Winter überstehen. Luchs ist der Frau ein wichtiger Gefährte. Er begleitet sie auf ausgedehnten Wanderungen in ihrem Revier und sobald sie an ihre Grenze stößt, die jene kalte unsichtbare Wand vorgibt, erweist sich Luchs als kluger Wächter ihres Seelenlebens, als Mittel gegen ihre latente, in Momenten der Gegenüberstellung mit der Wand spontan hervorbrechende Verzweiflung.
Im zweiten Sommer im Wald entschließt sie sich zu einem Aufenthalt auf einer Alm hoch über der Waldgrenze. Dort erlebt sie seltsame Seelenzustände, derer sie kaum Herr werden kann. Dank Luchs und Tiger, dem Katzenkind der alten Katze, fasst die Frau wieder Mut und stellt sich den Problemen, Aufgaben und Mühen ihres neuen Alltags.
Den zweiten Winter übersteht sie besser als den ersten, da sie ihren neu gewonnenen Fähigkeiten vertraut und sich auf die veränderte Situation besser einstellt.
Doch im darauf folgenden Sommer treibt das Geschehen in eine Katastrophe.
Schreibend versucht sie, das Geschehene zu begreifen.
Als sie ihren schriftlichen Bericht beendet, ist kein Blatt übrig geblieben und die Frau ist ganz ruhig, denn sie sieht ein kleines Stück weiter. Sie sieht, dass dies nicht das Ende ist. Alles geht weiter. Sie erkennt, dass etwas auf sie wartet.